Unsere Werksbesichtigung bei addi – Teil 1

Ein Duft von Sägespäne liegt in der Luft, der Lärm von schweren Maschinen tönt durch die Hallen und unzählige Mitarbeiter sind beschäftigt wie ein Bienenschwarm. So habe ich mir die Werksbesichtigung bei addi nicht vorgestellt. Doch beginnen wir am Anfang.

Nach einem Besuch von Anna-Lisa Selter bei uns in Hamburg erhielten wir die Einladung, das Unternehmen addi in Altena zu besuchen, um eine exklusive Werksbesichtigung zu bekommen. Übrigens, wie wir von stricken & häkeln addi kennen gelernt haben und wie es zu der Zusammenarbeit gekommen ist, erfährst du demnächst in einem weiteren Artikel.

So, aber jetzt weiter im Text. Wir fuhren also Anfang September von Hamburg nach Altena ins Sauerland um addi zu besuchen. Schon Tage vorher haben wir unsere Sachen gepackt, Foto-Equipment zusammengesammelt und die Akkus aufgeladen.
Früh morgens ging es los auf die A1 Richtung Bremen. Vorbei an Osnabrück, wo wir an der Raststätte Dammer Berg einen kurzen Stopp auf der vier Stunden langen Tour machten. Ihr wisst vielleicht welche Raststätte das ist, sie befindet sich in einer Art Brücken-Restaurant über den Fahrbahnen. Nach einer kurzen Stärkung beim “Amerikaner” ging es weiter nach Lüdenscheid. Dort checkten wir in einem Hotel ein und trafen uns abends noch mit einer sehr guten Freundin, die dort seit einigen Jahren lebt, auf ein Abendessen.

Am frühen Morgen danach starteten wir unsere Tour in die 19 Kilometer entfernte Stadt Altena. Ihr Lieben, die Straßen in Altena sind nicht so wie in Hamburg oder Niedersachsen, so wie ich sie kenne. Die Straßen in der Region sind extrem kurvig, bergig und schmal. Wir dachten, dass die relativ kurze Strecke schnell hinter uns gebracht ist. Das Resultat war, dass wir 20 Minuten nach der vereinbarten Uhrzeit auf dem Werksgelände von addi eingetroffen sind. Sehr unangenehm. 😓

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Doch das war kein Problem. Wir wurden mit einem netten Frühstück empfangen und haben zahlreiche Mitarbeiter persönlich kennen gelernt. Es war von Beginn an eine lockere und entspannte Stimmung am großen Tisch im Konferenzraum. Am Tisch saß auch Herr Selter, Thomas Selter. Ein charismatischer Geschäftsmann mit starken Marktkenntnissen, immer eine interessante Anekdote auf den Lippen und ein offenes Ohr um sein Wissen aufzufüllen. So wirkte er auf mich. Nach den ersten Kennlerngesprächen ging es auch schon los in die Werksräume.

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Wir starteten bei unserer Besichtigung mit der Entstehung der Rundstricknadel.
Die produzierten Rohlinge lagen in sauber sortierten Kästen mit einer fest definierten Anzahl von Minimum- und Maximum-Angaben. So wird gewährleistet, dass immer genügend Material vorhanden ist und nicht zu viel vorproduziert wird. Vorhandene Nadelgrößen liegen hier zwischen 1,5 mm – 15 mm.

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Danach ging es in den Automaten-Raum. Für die Fertigung durchläuft jede einzige Nadel bei addi 25 Arbeitsstufen bis zum perfekten Ergebnis. Im ersten Schritt wird mit einem aufwändigen Verfahren die eine Seite des Rohres zu einer Spitze gehämmert und das andere Ende verjüngt. Durch das Hämmern entstehen keine Abfallprodukte. Lediglich ein kleiner Schönheitsfehler bleibt vorerst bei dieser Behandlung. Damit die Nadel an der Spitze auch wirklich 100%ig geschlossen wird, entsteht ein kleiner überstehender “Pickel”. Doch dazu im nächsten Schritt mehr.

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Nette Anekdote: Kennt ihr die Geschichte von der Hummel? Eigentlich ist die Hummel nicht dafür geschaffen um zu fliegen. Das Verhältnis von Körperumfang und Flügelgröße passt nach dem Gesetz der Aerodynamik nicht zusammen. Dieses Beispiel passt perfekt auf die Fertigungstechnik von addi. Der Umfang der Nadeln ist eigentlich nicht dafür gemacht zu einer Spitze verformt zu werden. Sowohl Zulieferer als auch Nadelkonkurrenten halten das Arbeitsprinzip von addi schlichtweg für physikalisch unmöglich.

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Beim darauffolgenden Schritt werden die Nadeln ballig poliert. Das bedeutet, dass die Spitzen nun geschmeidig rund poliert werden. Somit verschwindet der “Pickel” und die Nadeln bekommen eine perfekt abgerundete Spitze. Auch das andere Ende wird glatt poliert und dadurch abgerundet. Anschließend werden die Nadeln gewaschen um alle Schmier- und Öl-Rückstände zu beseitigen.

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Jetzt kommen wir zum “Daniel Düsentrieb” von addi. Die Maschinen und Ersatzteile werden inhouse konzipiert und gebaut. Von der Idee bis zur Fertigstellung einer neuen Maschine dauert es im Schnitt sechs bis acht Monate. Als wir das Werk besichtigt haben war bereits eine weitere Maschine im Bau. Diese durften wir jedoch nicht fotografieren oder darüber schreiben. Nach dem nächsten Besuch bei addi gibt es hier bestimmt eine Fortsetzung.

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Das Thema Gesundheit wird bei addi groß geschrieben. Dazu steht in den lauten Hallen auch ein Kaugummi-Automat. So sieht er jedenfalls aus. Aus diesem Automaten können sich die Mitarbeiter Ohrstöpsel ziehen um das Gehör zu schonen. Auch andere Aktionen stehen auf dem Programm, wie zum Beispiel gemeinsame Wanderungen, eine Ernährungsberatung oder Massagen.

Passend zum Thema Gesundheit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz besitzt das addi-Werk seit einigen Jahren eine hochmoderne Wasseraufbereitungsanlage. Hier werden alle Abwässer aus den Galvanikbädern gefiltert und aufbereitet. Rückstände von Metall, Öl und weiteren Stoffen werden hier gesammelt. Zurück bleibt Trinkwasser und ein Granulat mit Stoffen, die für andere Firmen einen nützlichen Mehrwert liefert.

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Nun kommen wir zur nächsten Station. Hier werden die Stricknadeln noch einmal gewaschen und poliert, um für den nächsten Schritt ein makelloses Ergebnis vorzubereiten.

Die Rundstricknadel hat jetzt schon viele Arbeitsschritte durchlaufen. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viel Aufwand und Herzblut das Familienunternehmen in jede einzelne Nadel investiert, um für jeden Kunden eine perfekte Nadel herzustellen.

Die Fortsetzung zum zweiten Teil der addi-Werksbesichtigung folgt in Kürze und dabei erwarten dich weitere spannende Bilder und tolle Überraschungen.

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Thessy
Hallo ihr Lieben! Ich bin Thessy und zusammen mit Alex der fleißige Kopf hinter stricken & häkeln. Neben dem Bloggen und Kreativsein für das Portal lerne ich selber seit 2012/2013 stricken. Gehäkelt habe ich schon ein wenig in meiner Kindheit, möchte es aber gerne in Zukunft auch wieder beleben. Immer aufmerksam mit dabei ist seit August 2015 unser kleiner Kater James. Er verfolgt auf meinem Schoß sitzend fasziniert die klappernden Tasten des Computers oder das hüpfende Knäuel Wolle auf dem Sofa. Als Ausgleich zum Köpfe Rauchen für unser großes Hobby stricken & häkeln genießen wir unseren kleinen Garten und unsere schöne Heimat Hamburg. Ihr möchtet mehr über mich erfahren oder habt etwas, was ihr mir gerne mitteilen möchtet? Dann schreibt mir gerne einen Kommentar. Viel Spaß auf stricken & häkeln wünscht euch eure Thessy!